Die Berichterstattung über Osteuropa stärken: Das ist die Idee hinter dem „Recherchepreis Osteuropa“. Er wird von dem evangelischen Gustav-Adolf-Werk und der katholischen Aktion Renovabis vergeben. Kooperationspartner ist das europäisches Journalismus-Netzwerk n-ost. Mit dem Geld werden zeitintensive Recherchen zu Sozialreportagen aus den Ländern Mittel-, Südost- und Osteuropas ermöglicht. Ziel ist, den Alltag der Menschen in den Blick zu nehmen, den Umgang mit gesellschaftlichen Umbrüchen zu thematisieren und die Lebensumstände von Randgruppen zu zeigen.
Aktuell
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Bewerbungsstart für den Recherchepreis Osteuropa 2027
Der Recherchepreis Osteuropa geht in die nächste Runde: Ab sofort können Journalistinnen und Journalisten ihre Bewerbungen für das Jahr 2027 einreichen. Der Recherchepreis fördert herausragende Recherchen zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Mittel-, Südost- und Osteuropa. Neben dem Journalismus Netzwerk n-ost und dem Osteuropa-Hilfswerk Renovabis zählt ab dem kommenden Jahr auch das evangelische Gustav-Adolf-Werk zu den ausschreibenden Organisationen. General-sekretär Pfarrer Enno Haaks betont: „Seit vielen Jahren setzen wir uns für die Unterstützung von Diasporagemeinden in Mittel-, Süd- und Osteuropa ein und freuen uns, nun auch die Berichterstattung über diese Region unterstützen zu können.“
Der Preis wird in Form eines Stipendiums vergeben und ermöglicht so die Umsetzung zeit- und reiseintensiver Sozialreportagen für deutschsprachige Medien. Die Förderung ist mit bis zu 7.000 Euro dotiert. Gesucht werden journalistische Projekte, die zeigen, wie Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa leben, arbeiten und mit gesellschaftlichen Veränderungen, Umbrüchen und Krisen umgehen. Hanno Gundert, Geschäftsführer von n-ost, erklärt: „Unser Ziel ist es, Recherchen zu ermöglichen, die von Menschen erzählen, die sonst viel zu oft übersehen werden.“
Bewerbungsschluss: 15. Januar 2027
Eine Jury aus renommierten Journalistinnen und Journalisten sowie Vertreterinnen und Vertretern der ausschreibenden Organisationen wählt die Preisträger aus den Einsendungen aus. Interessierte Journalistinnen und Journalisten können sich bis zum 15. Januar 2027 für den Recherchepreis Osteuropa 2027 bewerben.
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Recherche zu Arbeiterinnen in serbischer Autoindustrie ausgezeichnet
Die Preisträgerinnen des diesjährigen Recherche-preises Osteuropa stehen fest. Ein gemeinsames Rechercheprojekt der Journalistin Lucia Steinwender und der Fotografin Sanja Knežević konnte die Jury aus renommierten Journalistinnen und Journalisten sowie Vertretern der ausschreibenden Organisationen überzeugen.
Lucia Steinwender und Sanja Knežević Im Zentrum ihrer Recherche steht die Situation von Arbeiterinnen in der serbischen Autozulieferindustrie. Zehntausende Beschäftigte produzieren dort Komponenten für deutsche Automobilkonzerne – vielfach unter prekären Bedingungen und für niedrige Löhne. Besonders Frauen arbeiten häufig am Fließband, sind von gesundheitlichen Belastungen betroffen und haben kaum Möglichkeiten, ihre Rechte durchzusetzen. Die beiden Preisträgerinnen gehen der Frage nach, inwiefern deutsche Unternehmen ihrer Verantwortung entlang der Lieferketten gerecht werden.
Die Journalistin Lucia Steinwender arbeitet seit mehreren Jahren als freie Autorin unter anderem für Hörfunkformate und Printmedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die serbische Fotografin Sanja Knežević ist international tätig und veröffentlicht ihre Arbeiten in renommierten Medien wie The New York Times, National Geographic oder Die Zeit.
„Mit ihrem Projekt machen die Preisträgerinnen sichtbar, unter welchen Bedingungen Menschen in unserer Nachbarschaft in globalen Lieferketten arbeiten und welche Herausforderungen es bedeutet, Arbeitsrechte durchzusetzen. Gleichzeitig rücken sie die Perspektiven von Frauen in den Mittelpunkt, deren Arbeit für die europäische Industrie unverzichtbar ist“, erklärt Jury-Mitglied Matthias Dörr, Leiter der Inlandsabteilung bei Renovabis.
Bewerbung
Ausschreibungskriterien und -unterlagen für den aktuellen Preis
Die Bewerbungsphase für den Recherchepreis Osteuropa 2027 ist eröffnet. Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind eingeladen, ihre Recherchevorhaben einzureichen, die sich mit Themen aus Osteuropa beschäftigen.
So bewerben Sie sich
Die Bewerbungsfrist für den Recherchepreis Osteuropa 2026 ist bis zum 15. Januar 2027 möglich! Folgenden Unterlagen sind erforderlich:
- Exposé (1-2 Seiten)
- Recherche- und Kostenplan (1-2 Seiten)
- Tabellarischer Lebenslauf
- Drei bereits veröffentlichte Arbeitsproben
Bitte senden Sie diese Unterlagen ausschließlich digital an:
info@recherchepreis-osteuropa.de
Einsendeschluss: 15.01.2026
Fragen und Antworten:
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Renovabis
Nicolas Riedmiller
Preisträger/innen
| 2025 | Karin Finkenzeller | Lemberg macht den Weg frei | FAZ |
|---|---|---|---|
| 2025 | Luise Glum | Pegel halten im Kaukasus | FAZ |
| 2024 | Emilia Sulek & Danil Usamnov | Nur die Entschlossensten bleiben in Wilschany | |
| 2024 | Anna Alboth & Nadine Wojcik | Aus Frauensicht: Alltag an der polnischen EU-Außengrenze | |
| 2023 | Irina Peter | Kleine Schritte in Armenien | |
| 2023 | Kolja Haaf | Wenn Adler flügge werden | |
| 2021 | Stefan Schocher & Matthias Schumann | Verteilung von Corona-Impfstoff – ein Werkzeug der internationalen Politik? | |
| 2020 | Nathalie Bertrams & Ingrid Gercama | Schneeglöckchen aus Georgien | Dokumentation Arte |
| 2019 | Robert Putzbach, Johanna-Maria Fritz und Philip Jokić | Sozialreportage: Brain-Drain von Pflegekräften aus Serbien und Bosnien-Herzegowina | |
| 2019 | Julia Lauter & Holger Fröhlich | Kinder des Umbruchs | TAZ |
| 2018 | Martin Theis & Fabian Weiss | Tropfen auf den heißen Torf | Greenpeace-Magazin |
| 2017 | Oliver Bilger & Ekaterina Anokhina | Die Überlebenden von Majak | Cicero, NZZ, ostpol |
| 2017 | Olivia Kortas | Ungarn - Wenn Rechtspopulisten regieren | Frankfurter Rundschau |
| 2016 | Simone Brunner & Florian Bachmeier | Jugend in Trümmern | |
| 2016 | Merle Hilbk & Andrey Sosnin | Je weniger man weiß, desto besser schläft man | |
| 2015 | Inna Hartwich | Arbeitsmitgranten in Moskau | |
| 2015 | Diana Laarz & Fabian Weiss | Putin ante Portas | |
| 2015 | Astrid Viciano | Nach der Stille |
Über uns
Der Recherchepreis Osteuropa ist eine Kooperation von Renovabis, dem Gustav-Adolf-Werk und n-ost. Diese drei Partner vereinen ihre Kräfte, um die Berichterstattung über Osteuropa zu fördern und zu unterstützen.
Die Jury
Die Jury des Recherchepreises Osteuropa setzt sich aus renommierten Experten und Expertinnen zusammen, die über fundiertes Wissen und langjährige Erfahrung in der Osteuropa-Berichterstattung verfügen.
Dr. Christian Böhme
Stellv. Ressortleiter Internationale Politik beim TagesspiegelDie Welt ist unübersichtlich geworden. Deshalb wird es immer wichtiger, genau hinzusehen – gerade dort, wo es an Aufmerksamkeit mangelt, obwohl sie so wichtig ist. Das gilt auch und gerade für Osteuropa. Der Recherchepreis ermöglicht Geschichten, die es wert sind, von Reporterinnen und Reportern erzählt zu werden.
Petra Bornhöft
freie Journalistin, ehemals taz und DER SPIEGELUm den Recherchepreis bewerben sich immer wieder JournalistInnen mit großer Kenntnis und überraschenden Ideen. Sie werfen ein Licht auf oft nicht beachtete, aber für ganz Europa wichtige Probleme - und suchen vermehrt nach konstruktiven Lösungen. Es macht viel Freude, in der Jury fair abzuwägen, welches Projekt den größten Erkenntnisgewinn für die MediennutzerInnen bringen könnte.
Matthias Dörr
Leiter der Abteilung Kommunikation und Kooperation bei RenovabisMich faszinieren besonders die kleinen Geschichten aus dem Osten Europas mit engagierten Protagonistinnen und Protagonisten. Diese sagen viel über die gesellschaftlichen und sozialen Realitäten aus, zu denen der Recherchepreis Zugänge eröffnet.
Kerstin Holm
Journalistin (ehemals FAZ) und AutorinFür Themen aus Osteuropa interessieren sich junge Journalisten, die das Schwierige und Widerständige anzieht. Der Recherchepreis lenkt den Blick auf diese wichtige Region, fördert Verständnis, Kooperation und ermöglicht sonst evtl. nicht realisierbare, wertvolle Berichte. Es ist eine Ehre, in der Jury zu sitzen.
Dr. Anneke Hudalla
Journalistennetzwerk n-ostDer für viele überraschende russische Überfall auf die Ukraine hat einmal mehr gezeigt: Wir wissen viel zu wenig über das, was im Osten Europas los ist. Der Recherchepreis fördert nicht nur die Berichterstattung über Themen, die sonst kaum Aufmerksamkeit erfahren. Er unterstützt auch die Zusammenarbeit zwischen Journalist:innen aus EU- und Nicht-EU-Ländern. Das ist genau die Art von Journalismus, die wir in Europa brauchen.
Pfarrer Enno Haaks
Generalsekretär des Diasporawerks der Evangelischen Kirche in Deutschland Gustav-Adolf-Werk e.V.Seit vielen Jahren setzen wir uns für die Unterstützung von Diasporagemeinden in Mittel-, Süd- und Osteuropa ein und freuen uns, nun auch die Berichterstattung über diese Region unterstützen zu können.
Sonja Zekri
Journalistin (Süddeutsche Zeitung) und AutorinIn Zeiten schwindender Solidarität lenkt der Recherchepreis Osteuropa den Blick auf die Schwächsten, die Vergessenen, aber auch: auf jene, die das nicht hinnehmen wollen. Zu den Bewerbern gehören viele starke, dem Humanismus und der Wahrhaftigkeit verpflichtet Projekte. Diese Jury ist ein Vergnügen.
Kontakt
Bei Fragen zum Recherchepreis Osteuropa oder zur Einreichung Ihrer Bewerbung, wenden Sie sich bitte an:
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Renovabis
Nicolas Riedmiller